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Was bedeutet sichere Narkose?

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Redaktion: Gleich vorweg: was ist eine sichere Narkose und warum ist sie wichtig?

Maurizio Colcuc: Bei einer sicheren Narkose geht es in erster Linie, um eine ruhige Narkoseführung und um schnelles Eingreifen bei eventuellen Komplikationen. Hierfür setzen wir auf ein Bündel verschiedener Maßnahmen:

  • ein Venenverweilkatheter, um Medikamente zu verabreichen,
  • das Setzten eines Endotrachealtubus für eine stetige Luftzufuhr oder
  • das Monitoring.

Redaktion: Soll man ein Tier vor der Narkose untersuchen? Der Tierarzt wird sowieso vorsichtig sein.

Maurizio Colcuc: Auf jeden Fall. Der Tierarzt untersucht klinisch das Tier und erhält so einen guten Überblick über den Allgemeinzustand des Patienten. Mit den erfassten und gesammelten Informationen entscheiden Tierarzt und Narkoseassistentin über die Wahl der Narkotika.

Redaktion: Richtet sich die Wahl der Narkosemittel nach dem körperlichen Zustand des Tieres?

Maurizio Colcuc: Genau. Eine gute Planung berücksichtigt die Tierart, das Alter und die Vorerkrankungen. Bei nervösen und ängstlichen Tieren greifen wir zu einem stressfreien Narkoseprotokoll.

Redaktion: Gibt es unterschiedliche Narkosearten und welche ist die beste?

Maurizio Colcuc: Es gibt die
Inhalationsnarkose oder Gasnarkose,

  • TIVA (Totalintravenöse Anästhesie),
  • Injektionsnarkose und
  • die Sedierung.

Bei der Wahl der Narkoseart und der Methode, wie Narkosemittel verabreicht werden, gibt es kein Gut oder Schlecht. Wir stimmen das Narkoseprotokoll individuell auf den Patienten ab.

Sichere Narkosen für unsere Patienten, unsere Tiere stehen im Vordergrund

  • Planen und vorsorgen: individuell und maßgeschneidert für jedes Tier!
  • Schmerzmittel verkürzen die Erholungsphase nach der Operation.
  • Bleiben Sie beim Einleiten der Narkose bei Ihrem Tier!
  • Monitoring bedeutet Überwachen und Kontrolle vor, während und nach der Narkose.
  • Narkose läuft nicht nebenbei!

Redaktion: Heute wird viel über den Einsatz von Schmerzmitteln und Antibiotika diskutiert. Sind diese Medikamente notwendig?

Maurizio Colcuc: Schmerzmedikamente sind Teil unseres Vorsorgepakets für operierte Tiere. Wir versorgen unsere Patienten mit ausreichend Schmerzmittel und verkürzen die Rekonvaleszenz. Antibiotika verschreiben wir nach einer Kastration nicht routinemäßig. Zeigt sich im Operationsverlauf der Bedarf an Antibiotika, sind diese und notwendige Schmerzmittel bei der Kastration im Preis inbegriffen.

Redaktion: Wie kann ich mir als Tierbesitzer den Ablauf vor einer Narkose vorstellen?

Maurizio Colcuc: Bei einer Erstvisite in der Praxis untersuche ich das Tier klinisch. Im Anschluss besprechen wir offene Fragen und bestehende Sorgen und erst danach vereinbaren wir einen Termin für den Eingriff.

Am Tag der Operation ist das Tier seit 12 Stunden nüchtern (ausgenommen Kaninchen und Nagetiere). Wenn der Besitzer es will, sind sie beim Setzen des Venenverweilkatheters dabei. Wenn das Tier sich sediert am Tisch hinlegt, verabschiedet sich der Besitzer rasch. Keine Sorge, bei vielen Routineeingriffen nimmt der Besitzer seinen Liebling noch am selben Tag mit.

Redaktion: Ist der Patient beim Aufwachen allein?

Valentina Sagmeister: Nein. Vor, während und nach der Narkose stehen wir dem Tier zur Seite. Unser wichtigstes Anliegen ist, das sich die Patienten wohl fühlen: durch viel Nähe und Wärme.

Redaktion: Worauf achte ich als Tierbesitzer nach der Narkose?

Maurizio Colcuc: Durch die Narkotika fällt es dem Körper schwer die Temperatur zu halten. Somit ist es wichtig, das Tier warm zu halten. Beim Hund haltet der Besitzer die „Gassi“-Runden an diesem Tag klein. Falls die Katze ein Freigänger ist, bleibt Sie für ein, zwei Tage zuhause.

Redaktion: Dr. Colcuc erwähnte am Anfang das Monitoring, was ist das?

Valentina Sagmeister: Narkosemonitoring bedeutet: ich überwache das Tier in Narkose. Das Monitoring besteht aus zwei Elementen: die Narkoseassistentin kontrolliert den Patienten und ein Gerät misst wichtige physiologische Werte wie Sauerstoff, Kohlendioxidgehalt, Atemfrequenz, Blutdruck, Körpertemperatur und die Aktivität des Herzes (EKG). Bei der Narkose beobachten wir wichtige Lebensfunktionen konstant.

Redaktion: Zum Schluss, wie gefährlich ist eine Narkose?

Maurizio Colcuc: Narkose birgt ein Risiko. Das Team Wien West hat eine Maxime: Narkose läuft nicht nebenbei! Unser Team ist erfahren und punktet durch zeitgemäße Protokolle. Wir streben ein reduziertes Narkoserisiko an, wir wollen sichere Operationen.

Checkliste Narkose

Maurizio Colcuc

Maurizio Colcuc

CEO

Fachtierarzt für Dermatologie

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